Social Media ist in aller Munde – Facebook, Twitter & Co. sind fest in unserem alltäglichen Denken und Handeln verankert. In den Angeboten der Social Media steht das Netzwerken und die individuelle Darstellung im Vordergrund, birgt aber zudem viele Potenziale für Organisationen der Sozialen Arbeit. Aber gerade dort wird das Thema nur selten wahrgenommen und findet erst langsam Eingang in die fachliche Diskussion und praktischen Alltag. 
Vorab soll an dieser Stelle auf die Hauptschlagwörter in dieser Thematik eingegangen werden.

Was ist eigentlich Soziale Arbeit?

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Soziale Arbeit ist der Oberbegriff für den Berufszweig Soziale Arbeit sowie der wissenschaftlichen Fachbereich Soziale Arbeit. Er subsumiert dabei die Fachrichtungen Sozialpädagogik -widmet sich schwerpunktmäßig der Erziehung, Bildung und Integration junger Menschen – sowie Sozialarbeit -steht als Fachrichtung für die Betreuung und Begleitung von benachteiligten Menschen mit dem Ziel, positive Interventionen herbeizuführen. In der fachlichen Diskussion und in der Ausbildung findet man beide Begriff nur noch selten, zumeist wird der Oberbegriff Soziale Arbeit ins Feld geführt. Dabei ist das Berufsfeld der Sozialen sehr weit aufgefächert, eine grobe Auflistung über mögliche Einsatzmöglichkeiten gibt es hier.

Soziale Arbeit bedient sich dabei, vereinfach gesagt, 3 verschiedenen Methoden. Einzelfallarbeit, Gruppenarbeit und Gemeinwesenarbeit. Mit diesen Methoden sollen soziale Missstände abgebaut, Integration und Teilhabe ermöglicht werden. Allen 3 ist gemein, das sie den Schwerpunkt auf Interaktion und Austausch legen, sie leben von und durch den sozialen Kontakt. Im stillen Kämmerlein und ohne Kontakt nach außen konnte noch kein Sozialpädagoge / Sozialarbeiter Erfolge auf der beruflichen Ebene erzielen.

Zudem funktioniert Soziale Arbeit nur durch das WIR. Professionelle in diesem Bereich sind in der Regel – Ausnahmen gibt es natürlich auch, in einigen Bereich der Sozialen Arbeit wird Reglementation und Restriktionen gearbeitet – auf das Zutun und die Zusammenarbeit des Klienten angewiesen, um so einen langfristig wirksamen Lern- oder Bildungseffekt zu erzielen.

Was ist eigentlich Social Media?

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Social Media stehen für Medien und digitale Technologien, die den Austausch und die Kommunikation der Beteiligten fördern. Inhalte werden in einer Gemeinschaft produziert, bearbeitet und geteilt. Interaktivität und Zusammenarbeit sind wesentliche Merkmale dieser Medien. Einen großen Raum von Social Media nimmt das Internet ein, dass sich in diesem Bereich vor allem durch den Begriff Web 2.0 – oder auch Social Web – einen Namen gemacht hat.

Das Web 2.0 ist gefüllt mit interaktiven, sozialen Plattformen. Soziale Netzwerke, Blogs, Wikis, Video- und Fotoplattformen und Spiele sind hierzu zu zählen. Die prominentesten Vertreter sind dabei nahezu jedem bekannt: Facebook, Twitter, Youtube, Wikipedia und FarmVille. Um nur einige wenige zu nennen.

Neben dem sozialen Austausch und der Interaktion ermöglicht das Social Web die Kollaboration über Grenzen hinaus, ortsgebundenes Arbeiten in der Cloud, Wissensmanagement und Marketing mit zielgenauem Einsatz von Werbung ist möglich. Die lokale Installation von Anwender-Software verliert immer mehr an Bedeutung, nahezu jede Tätigkeit kann online erfolgen. Die Hemmschwellen sinken dabei bestätig, es braucht nur einen Internet-Zugang sowie eine kurzen Registration bei dem jeweiligen Dienst, sofort kann das Netzwerken, Arbeiten oder Bloggen starten.

Die sozialen Medien haben mittlerweile ein beachtlichen Wirtschaftszweig für sich erobert, den wir größtenteils mit unseren privaten Daten füttern. An dieser Stelle soll dieser Punkt jedoch nicht ausführlich diskutiert oder kommentiert werden. Dem Social Web wird zudem eine große Portion demokratischer Fähigkeiten zugesprochen, vor allem Twitter und Facebook werden immer wieder mit der Revolution in den arabischen Ländern in Verbindung gebracht.

Und nun?

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Die beiden – zugegebener Maßen sehr knappen und garantiert nicht vollständigen – Ausführungen zu Sozialer Arbeit und Social Media sollen vor allem zeigen, das sie beide, und das mit grundverschiedenen Intentionen und Rahmenbedingungen, auf den sozialen Austausch und Kontakt, Teilhabe, Mitgestaltung, Kommunikation und Offenheit angewiesen sind. 

Aus diesem Grund möchte ich auch die Eingangsfrage beantworten, ob diese beiden Pole zusammenpassen: definitiv JA! Trotzdem ist in der Praxis zu beobachten, das sich beide Parteien oftmals mit einer gewissen Skepsis gegenüberstehen und die wahren Potentiale für die eigene Sache nur schwer oder gar nicht erkennen können. Vor allem für soziale Organisation bergen die neuen Medien eine Vielzahl an Potentialen: lebensweltnahe, schnelle und direkte Kommunikation, Teilhabechancen und Mitwirkungsmöglichkeiten für das eigene Klientel, eine effiziente und ebenfalls direkte Öffentlichkeitsarbeit und und und.

Im Rahmen dieses Blogs und weiterer Artikel werde ich versuchen, bedingt durch meine private Leidenschaft für neue Technologien und dem beruflichen Wirken in der Sozialen Arbeit, beide Seiten miteinander zu verknüpfen, sich jeweils näher zu bringen, die Chancen der neuen Medien zu sehen und interessante Web-Angebote für Berufstätige im sozialen Bereich vorzustellen, die die Arbeit an gewissen Punkten verbessern kann.

Trotz meiner Leidenschaft für beide Bereich ist mir bewusst, das man sich nicht blind in neue Technologien stürzen darf. Soziale Arbeit muss auch immer vertraulich sein und sensibel mit den ihr anvertrauten Problemen umgehen. Diesbezüglich birgt Social Media durchaus einige Risiken, die hier ebenfalls nicht unkommentiert bleiben sollen.