Diesen Artikel habe ich bereits vor knapp einem Jahr auf dem Blog Jugendarbeit Medial veröffentlicht. Ich gebe ihn hier nun unverändert wieder und werde versuchen, in regelmäßigen Abständen aktuelle Veröffentlichungen vorzustellen.

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Der Einstieg in medienpädagogische Welten kann heutzutage schon eine mehr oder weniger große Herausforderung für Interessierte sein, zu breitgefächert ist das Literaturangebot, zu vielfältig sind die Quellen im weltumspannenden Netz. Dies schließt auch die Beschäftigung mit dem Themenkomplex des “neuen Internet” mit ein. Bei meinem Eintritt in eben diese Welten bin ich über folgende Bücher gestolpert, die ich nun kurz vorstellen möchte. Die aufgeführte Literaturliste erhebt natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie dokumentiert nur einen kleinen Auszug.


Web 2.0 – Jugend online als pädagogische Herausforderung (herausgegeben von Jürgen Ertelt und Franz Josef Röll, kopaed Verlag, 2008)

Wie schnell sich das technische Rad im Internet dreht, dokumentiert dieser Sammelband aus dem Jahre 2008. Dies jedoch unfreiwillig. Die Herausgeber Jürgen Ertelt und Franz Josef Röll versammeln interessante Artikel, die sowohl die Grundlagen des Web 2.0 abdecken, handfeste Beispiele aus der Praxis, theoretische Aspekte und kleine Ausblicke in die (damalige) Zukunft bieten. Aus heutiger Sicht ist es faszinierend, dass das heute übermächtige Facebook vor knapp 3 Jahre noch keine Rolle im gesellschaftlichen und medienpädagogischen Diskurs spielte. Nichtsdestotrotz eine lohnende Anschaffung für Einsteiger, die sich mit den verschiedenen Aspekten und Möglichkeiten des neuen Internets beschäftigen wollen. Die angenehm lockere, jedoch nicht unwissenschaftliche, Schreibe tröstet dabei über die Doppelung mancher Inhalte hinweg.


Generation Facebook – Über das Leben im Social Net (herausgegeben von Oliver Leistert und Theo Röhle, transcript Verlag, 2011)

Das Facebook mittlerweile Zeitungen, Blogs und andere Medien füllt und fast täglich für datenschutzrechtliche Schlagzeilen sorgt, dürfte allseits bekannt sein. Braucht es daneben noch Bücher, die sich genau diesem Thema widmen? Ja, den diese werfen mitunter ein (in Teilen) differenzierteres Bild auf das “Social Network”. Der Sammelband Generation Facebook aus dem Jahre 2011 versammelt dabei Beiträge und Essays, die in ihrer Gesamtheit etwas unzusammenhängend wirken, einzeln jedoch größtenteils interessant und informativ gestaltet sind. Dabei deckt man mehrere Themenblöcke ab. Es geht um die Nutzer und den von ihnen erstellten “Content”, berührt das Thema Identität und Identitätsstiftung und wirft eine Blick auf die Öffentlichkeit und wie sie von Facebook verändert wird. Der Grundton aller Beiträge ist dabei eher kritisch. Dieser Eindruck wird von dem Blick hinter die Kulissen von Facebook gestärkt, das dem Leser in gebündelter Form die Machenschaften von Mark Zuckerberg & Co. vor Augen führt.


gute-freunde-boese-freunde – Leben im Web (Elke Reichart, Deutscher Taschenbuch Verlag, 2011)

Das man die Möglichkeiten des Internets durchaus kritisch beleuchten kann, ohne jedoch Angst vor eben diesem Medium zu machen, zeigt Elke Reichart in ihrem Band gute-freunde-boese-freunde. Sie und einige Gastautoren werfen einen differenzierten Blick auf Chancen und Risiken der neuen Öffentlichkeit. Dabei kommen auch Jugendliche zu Wort, die aus ihrer Perspektive den Reiz und die Gefahren von SchülerVZ, Facebook & Co. beleuchten. Dies alles geschieht ohne erhobenen Zeigefinger und richtet den Fokus vor allem auf erziehende Personen im Leben von Jugendlichen, also Eltern, Lehrern und Pädagogen. Diese sollten sich mit der neuen Lebenswelt ihrer Kinder und Jugendlichen auseinander setzen und vertraut machen, nur dann kann ein selbstbewusster und selbstkritischer Umgang im Netz aufgezeigt und vorgelebt werden.


Das neue Netz – Merkmale, Praktiken und Folgen des Web 2.0 (Jan Schmidt, UVK Verlagsgesellschaft, 2., überarbeitete Auflage 2011)

Eine sehr analytische Sicht auf das Web 2.0 wirft Jan Schmidt in seiner zweiten, mit aktuellen Daten ergänzten Auflage von Das neue Netz.Obwohl er den Begriff Web 2.0 im Untertitel führt, so spricht er sich doch stark gegen diesen Begriff aus und verwendet, meiner Meinung nach passenderen und mittlerweile auch geläufigen, Titel Social Web ins Feld. Und genau diesem Phänomen widmet sich Jan Schmidt sehr detailliert. Nach einer einleitenden Begriffsklärung und einem kurzen Abriss gängiger Social Web-Angebot setzt er sich ausführlich und differenziert mit den Folgen für das Individuum, die Gesellschaft, Politik und die neue Öffentlichkeit in den Medien auseinander. Ein Buch, das sich nicht ausschließlich an (Medien-)pädagogen richtet, diesen aber nur empfohlen werden kann, wenn man tiefer in Das neue Netz eintauchen möchte.


Heranwachsen mit dem Social Web – Zur Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen (herausgegeben von Jan-Hinrik Schmidt, Ingrid Paus-Hasenbrink, Uwe Hasebrink, Schriftenreihe Medienforschung der LfM, 2., unveränderte Auflage 2011)

Die Studie über den Stellenwert von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsen wurde gemeinsam von der Landesanstalt für Medien – NRW (LfM), dem Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und der Universität Salzburg durchgeführt. Diese Publikation ist der Endbericht, der einen ausführlichen Blick auf theoretische Grundlagen, das Forschungsdesign sowie die Ergebnisse der umfangreichen Studie wirft.
Eine Kurzfassung des Endberichts der Studie kann man sich HIER anschauen.
Die passende Präsentation dazu gibt es HIER.