Die aktuelle Posse um die geänderten Nutzervereinbarungen bei Instagram zeigt zwei Sachen sehr deutlich. Erstens: viele Nutzer sind mit dem Umgang ihrer Daten unzufrieden. Zweitens: sie beschweren sich über etwas, das sie sich nie genau angeschaut haben. Die AGBs, das Kleingedruckte im Internet.

Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs), Nutzervereinbarungen, Datenschutzbestimmungen, Sicherheits- und Privatssphäreeinstellungen – bei den meisten sozialen Netzwerken wie etwa Facebook, Instagram, Google+ und vielen weiteren nimmt der zukünftige Nutzer direkt bei der Anmeldung die vorgegebenen Bestimmungen des Betreibers an. Ohne sich vorher mit eben diesen genauer auseinanderzusetzen. Was passiert mit meinen Daten, meinen eingestellten Fotos, wer überwacht meine Verknüpfungen und Freundeslisten? Mal ganz ehrlich, wer hat sich mit eben diesen Fragen im Vorfeld einer Registrierung genau auseinandergesetzt? Genau, die wenigsten…

Die Geschäftsmodelle der Global Player im WWW sind auf die Daten der Nutzer ausgerichtet und auf sie angewiesen. Soziale Netzwerke suggerieren eine kostenlose Nutzung, werden aber mit den mehr oder minder privaten Daten der Nutzer bezahlt. Das ist keine Neuigkeit und sollte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Vorgehensweise von Instagram sollte daher auch keine Überraschung sein, der Schritt war seit der Übernahme von Facebook überfällig. Diese Gebärden sind aus Sicht der Unternehmen durchaus nachvollziehbar. Der Nutzer alleine muss entscheiden, ob er dies unterstützt und sich anmeldet.

Bei den Nutzer herrscht jedoch die Mentalität, sich nicht groß um irgendwelche Bestimmungen zu scheren. Man meldet sich an, lädt fleißig Daten ins System, aufregen kann man sich ja später immer noch. In meinen Augen kommen diese Aufschreie dann  viel zu spät. Die Angebote sind verlockend: die Anmeldung verläuft schnell und unkompliziert, mit wenigen Klicks kann ich mich mit Freunden, Verwandten und Bekannten verbinden, mit ihnen selbstgeschossen Fotos teilen, etc. Das Social Web ist voll von attraktiven Seiten und Netzwerken. An diesem Punkt scheint der Konsumgedanke alle Bedenken zu überstrahlen und schiebt sie lässig beiseite.

Ich möchte mich an dieser Stelle nicht auf die Seiten der Betreiber schlagen. Der Umgang mit unseren Daten ist an vielen Punkten durchaus frag- und diskussionswürdig. Allerdings: Jeder sollte sich im Vorfeld erkundigen, was wer mit den eigenen Inhalten tun darf und somit vorab eine Entscheidung treffen, ob eine Anmeldung – und die damit einhergehende Einverständniserklärung – im eigenen Sinne ist oder nicht.

Besonders perfide wird es dann, wenn der Nutzer eingeladen wird, in einem gewissen Rahmen die Nutzungsbedingungen mit zu beeinflußen und darüber abzustimmen, er davon jedoch keinen Gebrauch macht. Im Nachhinein folgt dann aber wieder die Aufregung, wenn die Medien die nächste Datenschutz-Sau durchs Dorf jagen…

Wie seht ihr das? Kennt ihr die Nutzungsvereinbarungen der von euch genutzten Seiten?