Wenn man sich mit eEducation und dem Lehren und Lernen mit digitalen Medien beschäftigt, so führt kein Weg an Weblogs vorbei. So war es eine Aufgabe im Studiengang eEducation der FernUni Hagen, 3 verschiedene Weblogs zu evaluieren. Das Ergebnis findet ihr hier.

Einleitung

Blogs erhalten in der bildungswissenschaftlichen Diskussion vermehrt an Bedeutung und werden als Kooperations- und Kommunikationsmedium genutzt und werden somit im Studiengang eEducation – Bildung und Medien intensiv bearbeitet. In dieser Aufgabe geht es darum, verschiedene Blogs auf allgemeine Aspekte hin zu untersuchen, auf die Motivation der Blogger einzugehen und darüber hinaus die Struktur und den Aufbau der jeweiligen Blogs unter die Lupe zu nehmen.

Ich habe mich für den BildBlog, Netzpolitik.org und den NotizBlog (als Teil der Webseite E-teaching.org) entschieden, da diese mir bereits persönlich bekannt und in regelmäßigen Abständen gelesen von mir gelesen werden.

BildBlog

Der BildBlog ist ein journalistisches Angebot, das sich die kritische Auseinandersetzung mit der deutschen Presselandschaft als zentrales Thema erwählt hat. Hinter BildBlog stehen (Medien-)Journalisten, die sich nahezu täglich mit Falschinformationen oder Fehlern der Presselandschaft beschäftigen. Es handelt sich um einen sogenannten WatchBlog, der die Funktion der Erzeugung von Gegenöffentlichkeit[1] zu großen, etablierten Medien erfüllt. Er leistet somit Aufklärungsarbeit und richtet sich an interessierte, kritische Leser, die nicht ungefragt Inhalte der „großen“ Medien rezipieren wollen. Zudem ist der BildBlog für andere Journalisten eine Informationsquelle, die die hier dargelegten Inhalte aufgreifen und weiter verarbeiten. Für die Inhalte zeichnen mehrere Autoren verantwortlich.

Hinter dem BildBlog stehen somit weder private Ambitionen und Inhalte, die Beiträge sind nüchtern und sachlich, eigene Meinungen, Empfindungen und Erlebnisse finden kaum Eingang in die Artikel. Wenn sind diese „zwischen den Zeilen“ platziert.

Der BildBlog erfüllt weblog-spezifische Kriterien: die Inhalte werden in umgekehrt-chronologischer Art dargestellt. Es gibt verschiedene Kategorien (die jeweils ein spezielles Medium betreffen), die in der Seitenleiste ausgewählt werden können. Verlinkungen und Verweise zu anderen Blogs und Webauftritten spielen eine große Rolle. Es wird mit vielen, differenziert dargestellten Zitaten, und zur Untermalung sind Bilder betreffender Titel- und Textausschnitten implementiert, gearbeitet. Generell verfügt der BildBlog über ein sehr reduziertes Design, das eine einfach Navigation und gute Lesbarkeit garantiert. Die übliche Kommentarfunktion fehlt jedoch, die auf Grund der hohen Zeitinvestition dafür von den Seitenbetreibern abgeschaltet wurde.[2] Die Kommunikation erfolgt über andere Kanäle, u.a. Facebook und Twitter.

Netzpolitik.org

Bei Netzpolitik.org handelt es sich, ähnlich zu dem BildBlog, um ein journalistisches Webangebot. Der zentrale Gegenstand ist die digitale Gesellschaft, es werden Beiträge rund um gesellschaftliche, politische sowie technische und kulturelle Themen im digitalen Kosmos behandelt. Der Blog richtet sich an kritische Bürger, die die relevanten Themen und die politische Diskussion dazu hinterfragen. Netzpolitik.org beschreib sich selbst als nicht neutral, man steht im Dienste der digitalen Bürgerrechte und der politischen Positionieren und nimmt dementsprechende Positionen ein.[3] Somit positioniert sich Netzpolitik.org ebenso als Gegenöffentlichkeit zu aktuellen Themen, hinterfragt politische Prozesse und zeigt Fehler und Missstände auf.

Hinter Netzpolitik.org steht ein größeres Autorenteam, nicht alle Mitglieder haben zwangsläufig eine journalistische Ausbildung. Somit spielen auch hier persönliche und private Ausführungen eine untergeordnete Rolle, auch wenn Beiträge eine persönliche Färbung beinhalten können.

Netzpolitik.org verfügt über eine Menüleiste und unterteilt Beiträge in Kategorien (die in einem gesonderten Menü auswählbar sind) und bietet zusätzlich Audio- und Video-Inhalte an. Ebenso kann man sich auf anderen Social-Media-Kanälen über den Blog austauschen. Beiträge werden chronologisch-umgekehrt dargestellt, man fügt Querverweise, Verlinkungen sowie Bilder und Zitate ein. Eine Kommentarfunktion verstärkt den Austausch- und Vernetzungsgedanken.

Auffällig ist, dass in der Menüleiste ein Logo mit dem sinngemäßen Text „Vermarktet von Zeit Online“ vorhanden ist. Es lässt sich leider nicht abschließend klären, was es mit dieser Vermarktung auf sich hat und in wie weit dies z.B. die inhaltliche Ausgestaltung betrifft.

NotizBlog

Der NotizBlog ist ein Unter-Blog der Webseite E-teaching.org. Bei E-teaching.org handelt es sich um eine öffentlich geförderte Plattform[4], die sich vorrangig an Hochschullehrende sowie Interessenten des Bereiches E-Learning  richtet. Der NotizBlog ist eine Ergänzung zu dem redaktionellem, statischen Angebot der Webseite und veröffentlicht relevante Mitteilungen, Stellenausschreibung sowie Hinweise zu Kongressen und Tagungen. Sowohl der NotizBlog als auch die „Mutter“ E-teaching.org versteht sich als Informationsportal, das vertiefende Informationen bietet.

Somit handelt es sich auch bei dem NotizBlog um ein redaktionell betreutes Projekt, persönliche Beiträge sind somit nicht vorzufinden. Die Motivation speist sich dabei aus der Veröffentlichung und Verbreitung von spezifischen Beiträgen rund um den Einsatz von digitalen Medien in der Hochschullehre.

Der NotizBlog erfüllt mit der Kommentar-Funktion, der chronologisch-umgekehrten Darstellung und den verschiedenen Kategorien die üblichen Kriterien für Weblogs. Da der NotizBlog in die Seite E-teaching.org integriert ist, fällt die Navigation mitunter etwas unübersichtlich aus, zumal der Blog beim ersten Besuch der Seite schwieriger aufzufinden ist. Inhaltlich setzt der NotizBlog auf sachliche Texte, die Weiterverlinkungen und Querverweise zu anderen Beiträgen und Projekten liefert. Jedoch wird auf eine multimediale Unterstützung der Beiträge größtenteils verzichtet. Diese finden sich in der übergeordneten Seite zu Hauf, sind aber kein originärer Bestandteil des zu untersuchenden Blogs.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Alle aufgeführten Blogs erfüllen in meinen Augen die grundlegenden Kriterien von Weblogs. Bei BildBlog fehlte zwar die Kommentarfunktion, ein Austausch und die Vernetzung (über die sogenannten Trackbacks) ist über andere Methoden jedoch möglich und gegeben. Inhaltlich widmen sich alle Blogs einem klar definiertem Themengebiet. Sie werden redaktionell betreut, so dass sie nicht dem klassischen Bereich persönlicher Weblogs zugeschrieben werden können. Die Motivation ergibt sich aus dem Erzeugen von Gegenöffentlichkeit, der Information und der Verbreitung von bedeutsamen Inhalten. Die Zielgruppe wird jeweils von dem Autorenteam konkret benannt. Sie befördern allesamt die Vernetzung und den Austausch mit interessierten Personen. Diese Verlinkung macht in jedem einzelnem Fall Sinn und ist ein zentrales Element der Blogs.

Unterschiede sind in der Darstellung und Struktur der Blogs zu erkennen. Die Menüführung variiert. Alle Blogs legen Wert auf reduziertes Design, die Inhalte stehen im Vordergrund. Es wird mit anderen Medien, etwa Bildern, Videos und Podcasts, gearbeitet, die nie im Zentrum stehen sondern der jeweiligen Beitrag sinnvoll unterstützen.

BildBlog und Netzpolitik.org sind bei ihrer Arbeit auf Spenden und finanzielle Unterstützung angewiesen und stellen dies in vereinzelten Beiträgen heraus; der NotizBlog dagegen ist Teil einer öffentlich geförderten Webseite.

Der NotizBlog ist der einzige Blog, der nicht explizit auf die Weiternutzung und –verarbeitung durch die Creative Commons-Lizenz hinweist.[5]



[1] Siehe dazu – Bastiaens, Schrader und Deimann: Lehren und Lernen in der Wissensgesellschaft – Reader der FernUniversität Hagen – S.50

[2] Genaue Begründung unter: http://www.bildblog.de/haeufig-gestellte-fragen/ – Letzter Aufruf: 05.05.2013

[3] Siehe auch: http://netzpolitik.org/about-this-blog/ – Letzter Aufruf: 05.05.2013

[4] Siehe dazu: http://www.e-teaching.org/news/portalinformationen/ – Letzter Aufruf: 05.05.13

[5] Diese erlauben unter Nennung des Autoren und des Ursprungs die Verbreitung und Abänderung der Beiträge.