Mobile Learning bedeutet übersetzt, dafür sind keine großen Sprachkenntnisse von Nöten: mobiles, bewegliches Lernen. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint? Wenn ich mit einem Schulbuch spazieren gehe, ist das mobiles Lernen? Wenn man die beiden Begriffe näher betrachtet, so spannt sich ein großer Rahmen auf, der die Schulbücher mit einbeziehen würde. Diese spielen in der aktuellen Diskussion aber nur eine untergeordnete Rolle. Einleitend  möchte ich im folgenden Beitrag den Begriff Mobile Learning näher definieren.

Mobile Learning als Fortführung des e-Learnings
Genau betrachtet ist der Einsatz eines Schul- oder Fachbuches z.B. während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, um bei diesem Beispiel zu bleiben, von einem festen Bildungsraum losgelöst und somit bewegliches und mobiles Lernen. Wenn man eine fachliche Eingrenzung sucht und sich auf die Suche nach einer Definition des Begriffes Mobiles Lernen macht, so stellt man relativ schnell fest:

    • es gibt nicht die eine, exakte Definition und…
    • … Mobile Learning bezieht sich konkret auf das Lehren und Lernen mit digitalen Medien und kann somit Fortführung beziehungsweise Weiterentwicklung des e-Learnings verstanden werden (u.a. Wikipedia; Udell & Woodill, 2014; deWitt & Sieber, 2013).

Mit dem direkten Verweis Richtung e-Learning ist der Rahmen dahingehend angesteckt, das Mobile Learning auf der Nutzung von technologischen Hilfsmitteln, wie etwa Smartphones, Tablets, Notebooks, etc., basiert. Mobile Technologien haben in den vergangenen Jahren den Durchbruch geschafft und ermöglichen den Nutzern anhand dieser Geräte somit einen nahezu permanenten Zugriff auf (Lern-)Inhalte. Es liegt somit auf der Hand, dass diese Endgeräte verstärkt Einzug in verschiedenste Bildungskontexte erhalten haben und ihre Bedeutung in der Zukunft noch weiter zunehmen wird.

Offene Fragen
So klar einerseits die technologische Basis des Mobile Learning ist, desto ungeklärter sind Einsatzmöglichkeiten, Herausforderungen und didaktischen Besonderheiten dieses Feldes. Geht es beim Mobile Learning “nur” um die permanente Verfügbarkeit von Wissen oder können Lernprozesse auf Grund der Ortsunabhängigkeit individueller und dynamischer gestaltet werden? Welche didaktischen Herausforderungen sind mit dem Mobile Learning verbunden? Welche Vorteile bedeuten diese Einsatzszenarien für Lernende und Lehrende? Welche Anforderungen werden an Hard- und Software gestellt? Wie können virtuelle und reale Bildungsräume miteinander verknüpft werden?

All diese Fragestellungen zeigen, dass die fachliche Diskussion rund um das Mobile Learning noch am Anfang steht und die Zukunft spannende Entwicklungen, kreative Programme und unbekannte Einsatzmöglichkeiten bereit halten wird.

Literatur:

    • Mobile Learning (M-Learning).Wikipedia. Abgerufen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/M-Learning (15.12.2014).
    • Arnold, P., Kilian, L., Thillosen, A. & Zimmer, G. (2013). Handbuch E-Learning. Lehren und Lernen mit digitalen Medien. 3., aktualisierte Auflage. Bielefeld: WBV.
    • de Witt, C. & Sieber, A. (2013). Mobile Learning. Potenziale, Einsatzszenarien und Perspektiven des Lernens mit mobilen Endgeräten. Wiesbaden: Springer Verlag.
    • Udell, C. & Woodill, G. (2014). Mastering Mobile Learning. Tips and techniques for success. New York: John Willey & Sons.